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Aktive Förderungsmaßnahmen—eine historische Perspektive

Das Konzept der aktiven Förderungsmaßnahmen (auch positive Diskriminierung genannt) ist, zumindest in den modernen Industriestaaten, Teil des umfassenderen Konzept der politischen Korrektheit—oder präziser, jener Teil der politischen Korrektheit der sich mit Identitätspolitik (identity politics)[1] befasst, wie es in den 80ern in Großbritannien genannt wurde, und wie es immer noch in akademischen Kreisen im gegenwärtigen Europa bezeichnet wird. Das Problem mit der Implementierung dieses Konzepts ist, dass es am Ende immer zu einem System der Zwangsenteignung wird[2] und zu einem Werkzeug der ideologischen Kontrolle.

Das ist nur zu offensichtlich im gegenwärtigen Europa in der akademischen Welt, in den staatlichen Institutionen, und vielleicht bald auch in der Privatwirtschaft[3], es sei denn es wacht endlich jemand auf[4].

“Wer die Vergangenheit vergisst, ist verdammt sie zu wiederholen.”

Für die Menschen die Totalitarismus nicht am eigenen Leib miterlebt haben und für die, die wenig Interesse an Geschichte haben außerhalb von dem was in Schulen gelehrt wird, mag die Idee der aktiven Förderungsmaßnahmen ziemlich neu, innovativ und sogar progressiv erscheinen. Was auch immer Ihre persönliche Meinungen zu dem Thema ist, die meisten Westeuropäer scheinen das Konzept für ziemlich neu zu halten, nicht älter als die 70er. Tatsächlich ist das Konzept aber viel älter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden einige Länder komplett von der Landkarte (wie zum Beispiel die Ukraine, Estland und Litauen) und einige andere verschwanden hinter dem Eisernen Vorhang und wurden der Ostblock genannt. Der Ostblock wurde dann die Bühne für eine Schreckensherrschaft, die 45 Jahre lang andauerte.

Das Konzept der gesunden Herkunft

Just nach dem 23. August 1944 wurde König Michael I. von Rumänien entthront und die erste kommunistische Regierung wurde eingesetzt, unter der Führung von Dr. Petru Groza. Sobald es die Macht übernommen hatte, wurde dem Regime klar, dass es Legitimität durch die intellektuelle Elite brauchte, denn die Partei besaß keine Identität die auf positive Weise den Massen präsentiert werden konnte. Dieses Bedürfnis nach Legitimität war schwer zu erfüllen, denn die meisten Intellektuellen waren “Teil der Bourgeoisie und der Elite der Landbesitzer” und waren daher nicht besonders bereitwillig, das Ideal des Neuen Menschen anzunehmen. Außerdem waren die meisten Intellektuellen Teil von Denkrichtungen die auf die Förderung von kulturellem Pluralismus ausgerichtet waren, ganz im Gegensatz zu den stetig sich vermehrenden ideologischen Barrieren die das neue Regime fast jedem aufbürdete, einschließlich und ganz besonders wenn es um wissenschaftlichen Diskurs ging[4].

Die Optionen für Akademiker waren klar: Gehorsam, oder Verschwinden; durch verschiedene Prozesse zur Mundtotmachung, von Entlassung, über Hausarrest, bis hin zu Mord.

Unter den allerersten Institutionen die vom neuen Regime zur ideologischen Neuorganisation ausgewählt wurden waren die rumänischen Universitäten (in Bucureşti, Cluj und Iaşi), welche administrativer Säuberung ausgesetzt wurden[7].

Um es kurz zu machen, nach der Bildungsverordnung von 1948 waren die Prinzipien des Selektionsprozesses für die höhere Bildung festgelegt als “die Akte” und die politisch gesunde Herkunft der Studenten[8].

Durch spezielle Regeln die 1948 einführt wurden, wurden 30% der Studienplätze reserviert für die Kinder von Kleinbauern und Arbeitern. Das führte zu einem Wandel in der Sozialstruktur der Studenten, denn die Zahl der Studenten aus sehr ärmlichen Schichten stieg und die Zahl der Studenten aus dem bürgerlichen Mileu fiel[9][10]. Im Laufe der Zeit stiegen dann die Quoten und gegen Ende des kommunistischen Regimes in den 80ern wurde den Universitäten die Möglichkeit gegeben, nur Studenten mit gesunder Herkunft aufzunehmen um jeden Konflikt mit den Parteifunktionären oder der staatliche kontrollierten Presse zu vermeiden. Das war das Resultat davon, dass alle Organisationen an den Pranger gestellt wurden die auch nur im Geringsten die “Ideale der multilateral entwickelten sozialistischen Gesellschaft” in Frage stellten.

In den späten 50ern und frühen 60ern wurde das Konzept der gesunden Abstammung auf fast alle Bereiche des Lebens ausgeweitet. Unter den aggressiv verbreiteten Prinzipien waren Staatswahrheiten wie dass Kollektivismus dem Individualismus überlegen sei, dass Kollektiveigentum besser als Privateigentum sei und dass alle Menschen absolut gleich seien.

Fairerweise muss gesagt werden, dass die ursprüngliche kommunistische Ideologie etwas enthielt was “Materialismus” genannt wurde, bei dem Fakten als wichtiger als Gefühle angesehen wurden. Das hörte sich großartig an, bis die Partei anfing ihre eigenen Fakten zu fabrizieren um der Parteilinie zu entsprechen (kommt Ihnen das bekannt vor?).

In den späten 40ern wurde es auch die offizielle Position des Staates, dass das Verhalten von Personen nicht durch die Gedanken und Gefühle des Individuums bestimmt werden, sondern von der sozialen Klasse zu der dieses Individuum gehörte. Unter Verwendung dieser “Wahrheit” wurden Menschen mit “ungesunder” Abstammung einem Umerziehungsprozess unterzogen (siehe das Pitești Experiment[11]), während Menschen mit gesunder Herkunft in hohe administrative und politische Positionen befördert wurden, unabhängig von ihrer Bildung und Ausbildung, wodurch eine Praxis der kompletten Umkehr der Werte in die Gesellschaft eingeführt wurde[12].

Sind die heutigen aktiven Fördermaßnahmen wirklich so verschieden?

Wir haben bereits gesehen wie Leuten eine Beförderung verwehrt werden kann weil sie das falsche Geschlecht oder die falsche Hautfarbe haben[13]. Man kann sein Geschlecht und seine Hautfarbe nicht aussuchen, genauso wenig wie man sich die Familie aussuchen kann, in die man geboren wird. Aber genauso wie die alten Bolschewiken im Rumänien der späten 40er, werden die neuen politisch korrekten Eliten angetrieben von der Idee, dass das Verhalten eines Individuums von seiner Klassenzugehörigkeit diktiert wird.

Gerichte urteilen regelmäßig, dass staatlich gesponserte Misandrie und Rassismus gegen Asiaten im Namen der “Vielfalt” völlig in Ordnung ist[14] und nichts unmoralisches darstellt[15].

Genauso wie eine kapitalistische Schule oder sogar eine liberale demokratische Schule unvorstellbar im kommunistischen Rumänien waren, scheint das Gleiche in der heutigen progressiven Weltanschauung zu gelten, in der eine reine Jungenschule als inhärent “unterdrückerisch” oder “ausgrenzend” gesehen wird, wohingegen keiner ein Problem zu haben scheint mit reinen Mädchenschulen, Frauenstunden und ähnlichen Konzepten. Genauso wie im Rumänien der späten 1940er Jahre hat das heutige Establishment ganz offen eine im Konflikt stehende Dichtomie von Werten und Verhaltensweisen etabliert.

Die Bolschewiken sagten uns, dass “die bürgerlich orientierte Mehrheit das Problem ist” und versuchten dies mit Gewalt zu ändern. Das politisch korrekte Regime erzählt uns ebenso, dass die Mehrheitskultur das Problem sei[16] und versucht, dies durch sozialen Zwang und ökonomisches Mobbing zu ändern. Können Sie sich die Empörung vorstellen, wenn ein Sudanesischer Politiker sagen würde, dass das Problem des Sudans die schwarze Mehrheit sei?

Die Europäische Union hat eine “Nulltoleranz”-Richtlinie für Gewalt gegen Frauen[17] und sucht Männer an, “ihre Stimme zu erheben” gegen Gewalt[18]—aber nur wenn diese Gewalt gegen die am wenigsten betroffene demographische Gruppe verübt wird. Diese Europäische Union schert sich einen feuchten Dreck um Gewalt gegen Männer; und wenn sie sich dazu herablässt das Problem zu erwähnen, schiebt sie es auf “hegemoniale Männlichkeit”[19] und ähnlichen feministisch orientierten Unsinn der wenig oder gar keine Verbindung zur Realität hat.

Die Geschichte scheint sich auf einer breiteren Bühne zu wiederholen und viele glauben, dass diese Ideen neu und nicht allzu gefährlich sind. Doch die Geschichte zeigt, dass diese Ideen nicht nur besorgniserregend sind, sondern letzten Endes tödlich sein können.

Quellen:

[1] http://www.ippr.org/images/media/files/publication/2011/05/Identity%20Politics%20and%20Public%20Policy_1765.pdf – Rick Muir, Margaret Wetherell – Identity, Politics and Public Policy – S. 9

[2] http://www.academia.org/the-origins-of-political-correctness/ – Bill Lind – The origins of Political Correctness: „Wenn ein weißer Student mit besserer Qualifikation zugunsten eines schwarzen oder lateinamerikanischen Studenten der nicht so gut qualifiziert ist abgelehnt wird, dann wird dadurch der weiße Student enteignet. Und tatsächlich sind aktive Förderungsmaßnahmen in unserer gesamten Gesellschaft heute ein System der Enteignung.”

[3] http://www.avoiceformen.com/feminism/government-tyranny/eu-to-stamp-out-economic-freedom-in-the-name-of-feminism/

[4] http://www.welt.de/wirtschaft/article118412204/Frauenquote-in-der-EU-steht-vor-dem-Aus.html

[5] http://www.inter-disciplinary.net/wp-content/uploads/2009/04/ikp2asandului.pdf – Gabriel Asandului, Teodora Ghiviriga, Laura Asandului - The condition of the intellectual élite in communist Romania. A historical perspective – S.2

[6] Cătănuş, D., Regimul comunist din România şi problema intelectualităţii. 1956-1965. Intelectualii români în arhivele comunismului, Nemira publishing, Bucharest. 2006, S. 45-73.

[7] ibidem 5

[8] Cioroianu A., Pe umerii lui Marx. O introducere în istoria comunismului românesc. Curtea Veche publishing, Bucharest, 2007, S. 289

[9] idem 5, S. 3

[10] Anton, M., „Progresişti” versus „reacţionari”. Subordonarea intelectualilor. 1944-1955. Intelectualii români în arhivele comunismului, Nemira publishing, Bucharest, 2006, S. 23

[11] http://en.wikipedia.org/wiki/Pite%C8%99ti_prison

[12] http://www.ijhssnet.com/journals/Vol_1_No_13_Special_Issue_September_2011/5.pdf – International Journal of Humanities and Social Science Vol. 1 No. 13 [Special Issue – September 2011], Falls Irina, PhD (Assistant Professor University of North Carolina at Pembroke School of Education) – Family and Child Education in Communist Romania: Consequences of the Duality of Values and Behaviors

[13] http://www.campusreform.org/blog/?ID=4759

[14] http://www.amren.com/features/2013/06/what-the-supreme-court-just-did/

[15] http://www.nytimes.com/1997/11/12/world/european-union-court-upholds-affirmative-action-for-women.html – EDMUND L. ANDREWS – European Union Court Upholds Affirmative Action for Women, The New York Times, Veröffentlicht: November 12, 1997

[16] http://youtu.be/1HNcLKj_USE –  Sweden: Leading Social Democrat “The White Majority is the Problem.”

[17] http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/gender-violence/

[18] http://www.euronews.com/2013/04/15/men-urged-to-speak-out-against-violence/

[19] http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/gender_pay_gap/130424_final_report_role_of_men_en.pdfThe Role of Men in Gender Equality – European Strategies & Insights (EU-Bericht) – S. 10